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Am Volkstrauertag gedachten die Vorster Bürgerinnen und Bürger den Opfern durch Krieg und Gewalt. Nach einem kurzen Wortgottesdienst in der Pfarrkirche durch Pastor Gregor Ottersbach zogen die Teilnehmer im Schweigemarsch zum Grab des unbekannten Soldaten.

Dort legten Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus und Brudermeister Thomas Schröder einen Kranz nieder.

 

 

Franz Josef Moormann hielt auch in diesem Jahr die Gedenkrede. Dabei zitierte er aus dem Kriegstagebuch von Heinrich Böll, welches vor 2 Jahren veröffentlicht wurde. Moormann las daraus vor, was Böll, im Alter von 26 Jahren, im Herbst und Winter 1943 an Grausamkeiten des Krieges erlebte.

Im zweiten Teil seiner Rede schilderte Moormann die Ereignisse vom 1. September 1939 als am frühen Morgen die ersten Bomben auf die polnische Stadt Wielun nahe der ehemaligen deutschen Grenze fielen. Von den ca. 16000 Einwohnern der Kleinstadt kommen mehr als tausend, ausschließlich Zivilsten, ums Leben. Das Krankenhaus der Stadt und rund 70% der Wohngebäude wurden zerstört. Der Brand zerstörte 90% des Ortskerns.

Unser Bundespräsident Frank Walter Steinmeier war 80 Jahre danach in Wielun. Wielun ist heute Partnerstadt von Ochtrup im Münsterland.

Steinmeier sagte: "Wielun war ein Fanal, ein Terrorangriff der deutschen Luftwaffe und ein Vorzeichen für alles, was in den kommenden sechs Jahren folgen sollte. Es ist an der Zeit, dass Wielun und viele andere dem Erdboden gleichgemachte Städte und Dörfer ihren Platz haben, neben anderen Erinnerungsorten deutscher Verbrechen. Die Vergangenheit vergeht nicht und unsere Verantwortung vergeht nicht, das wissen wir. Als deutscher Bundespräsident will ich ihnen versichern, wir werden nicht vergessen. Wir wollen und wir werden uns erinnern und wir nehmen die Verantwortung an, die unsere Geschichte uns aufgibt. Ich verneige mich vor den Opfern des Überfalls auf Wielun, ich verneige mich vor den polnischen Opfern deutscher Gewaltherrschaft und ich bitte um Vergebung".

Moormann führt weiter aus: "Polen und Deutschland sind heute Partner in der EU, man muss sich das vorstellen. Die Einladung an unseren Bundespräsidenten und uns sind Gesten der Vergebung. Gesten der Versöhnung und diese Gesten weisen in die Zukunft, und deshalb habe ich dieses alles erwähnt. Ich stehe mit Bewegung davor, dass so etwas auch möglich ist, bei allen unterschiedlichen Meinungen, Frieden zu halten und nach allem Schlimmen was geschehen ist, hinterher sich in Frieden wieder zusammen zu tun und Verträge zu schließen. Dafür müssen wir arbeiten. Wir müssen aber auch erkennen, dass die Realitäten dieser Welt, Kriege und Kriegsursachen bis heute nicht abgeschafft haben. Es sind Kräfte am Werk, die im schlimmsten Fall Terror verbreiten, die Konflikte schüren und nicht beilegen. Ich glaube, deshalb ist es so wichtig, dass wir diese Erinnerung leben, dass wir diese Trauer versuchen aufzunehmen, dass wir den Mut haben, hier zu stehen und für Frieden zu sein. Dass wir aushalten, dass Menschen anders sind, dass wir aushalten, dass uns manchmal Unrecht geschieht, dass wir aushalten dass wir Unrecht tun aber dass wir dann Versöhnung schaffen. Das ist für mich der Kern des Volkstrauertages. Das bewegt mich und deshalb freue ich mich und bedanke mich, dass ihr und sie alle hierher gekommen seid".

 

 

"Das ist gut. Lasst uns für den Frieden arbeiten".

 

Zum Abschluss seiner Rede dankte Moormann allen Beteiligten die alljährlich diese Gedenkfeier durchführen.

Nach einem Gebet durch Pastor Gregor Ottersbach bedankte sich Brudermeister Thomas Schröder bei den Teilnehmern an dieser Gedenkfeier, den Fahnenträgern der Bruderschaft, der Feuerwehr, dem MGV Cäcilia unter Leitung von Petra Wuttke, dem Bundesschützen-Musikkorps Kleinenbroich, Franz Josef Moormann, Pfarrer Gregor Ottersbach mit den Messdienern und Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus.

Dank auch an die Mitglieder des Jägerzuges Heideröschen, die sich Jahr für Jahr um die Pflege dieser Gedenkstätte kümmern.

 

 

 

 

   

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